Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e.V.
Newsbeitrag
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Hohenlohe in zehn Tagen
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| 15.05.2010 |
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| 200 Kilometer lange Wanderung von Blaufelden über Ellwangen und Schwäbisch Hall zurück zum Ausgangspunkt - Abwechslungsreiche Landschaft zwischen Jagst und Kocher |
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Dort auf der anderen Talseite waren wir vorhin: Nadine Heck aus Saarbrücken zeigt Richtung Osten, rechts dahinter ihr Partner Sven Rakowsky. |
Vor vier Jahren noch ein Traum, seit Mai Wirklichkeit: Die 200-Kilometer-Wanderschleife rund um Hohenlohe. "Mir hat gut gefallen, dass viele Passagen über offene Felder führen. Immer wieder geht es auch durch Wälder", berichtet Nadine Heck aus Saarbrücken. Die 26-Jährige war bei den drei Tagen zur Eröffnungswanderung des Kochersteigs über den 1. Mai dabei, der die Wanderrunde von Hall in Richtung Blaufelden schließt.
Dabei besteht die Zehn-Tages-Tour aus drei Teilen, die auch einzeln abgewandert werden können. Die Tagesetappen sind zwischen 16 und 23 Kilometer lang. Der Jagststeig beginnt in Blaufelden. Am ersten Tag geht es am Blaubach entlang. Immer wieder springt man über Felsen ans andere Bachufer. Zum Tagesende geht es bergauf ins historische Städtchen Kirchberg.
Tag zwei ist geprägt von der malerischen Jagstlandschaft Richtung Crailsheim. Im April wandert man durch ein weißes Blütenmeer aus Bärlauch, im Juni stehen Dutzende von orangefarbenen Türkenbundlilien am Wegesrand. Abends heißt es entspannen und wie an den Folgetagen auch genießen: Die Gasthöfe in Crailsheim laden mit einer abwechslungsreichen Speisekarte zum Schlemmen ein.
Einen kurzen Abstecher nach Bayern machen die Wanderer am dritten Tag - wobei die Route in diesem Jahr abgeändert wurde. Es geht nicht mehr nach Schnelldorf, sondern an einer großen Säuleneiche im Wald oberhalb von Goldbach Richtung Wildenstein.
Mit Tag vier und einer ausgedehnten Wald-etappe endet der Jagststeig in Ellwangen. Davor schlängelt sich der Weg im Buchen-Fichten-Mischwald entlang. Immer wieder bietet sich die Gelegenheit auf ein Päuschen im weichen Moos. "Das sind die Stunden des Glücks, die dem Streckenwanderer geschenkt werden", sagt Dr. Konrad Lechner. Der 71-jährige Diplom-Biologe aus Neustadt an der Aisch kennt das Hohenloher Land seit über 30 Jahren und verantwortete als Mitarbeiter der Zeitschrift Wandermagazin die Ausweisung des Kocher-Jagst-Trails. Lechner beschränkt sich bei seinen Arbeiten nicht nur auf Deutschland, sondern ist in ganz Europa tätig. "Wir verfolgen seit einem Jahr auch die Idee, den neuen Weg in Hohenlohe zertifizieren zu lassen." Die Kriterien dafür sind hart: Als längstes zusammenhängendes Stück auf Asphalt darf es maximal drei Kilometer geben. Möglichst oft sollen Naturpfaden genutzt werden. Deshalb feilt Lechner noch an einzelnen Wegabschnitten des Jagststeigs und des Bühlersteigs.
Beeindruckend auf der Drei-Tages-Strecke des Bühlersteigs zwischen Ellwangen und Schwäbisch Hall ist die Abwechslung der Landschaft. Auf dem Hohenberg oberhalb von Rosenberg bietet sich ein beeindruckender 360-Grad-Ausblick: Richtung Süden stemmt sich der Kamm der Schwäbischen Alb in die Höhe, Richtung Norden erkennt man den Burgberg bei Crailsheim und die Frankenhöhe. Anschließend taucht man wieder in die ausgedehnten Wälder ein.
Am zweiten Tag wandert man auf der Kohlenstraße, der Wasserscheide des Bühlertals, entlang. Am Abend erreicht man das historische Städtchen Vellberg. Am nächsten Morgen erwartet einen der schönste Teil dieses Steigs, der Weg durch das tief in den Muschelkalk eingeschnittene Tal. Der Lärm des Autoverkehrs bleibt hinter den Wanderern zurück. Stattdessen klettert man über Felsen und in den Stein eingeschlagene Metalltreppen direkt am Wasser entlang. In Hessental endet die Etappe am Bahnhof. Darauf legten die Entwickler der Wandertour Wert: Die Touren haben als Start- und Zielpunkt immer einen Bahnhof.
Wer die ganzen Runde geht, der hat ab Schwäbisch Hall-Hessental noch drei Tage vor sich: Am ersten geht es zuerst durch die historische Altstadt von Schwäbisch Hall, dann durch das Kochertal bis nach Braunsbach. Nach der Überschreitung ins nahe gelegene Jagsttal wandert man am nächsten Tag unterhalb von Langenburg und seiner historischen Burganlage entlang. Der letzte Tag ab Heimhausen ist wieder etwas für Naturliebhaber: Im autofreien Rötelbachtal benötigten die Wanderer länger als geplant, um die Vielzahl an Blumen und Schmetterlingen zu beobachten. "Das war das Highlight meiner drei Tage", sagt Nadine Heck. Sie ist bereits ein halbes Dutzend Qualitäts-Wanderwege in Deutschland abgewandert und zieht ein Resümee: "Der Kochersteig ist eher eine leichte Tour mit wenig anstrengenden Passagen. Gut wäre es, wenn man unterwegs noch Bänke und kleine Rastplätze vorfinden würde."
Info: Geführte Touren auf dem Kocher-Jagst-Steig bei http://www.hs-tourismus.de |
Guido Seyerle; Haller Tagblatt vom 15.05.2010 |
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